Familienforschung

Das Landeskirchliche Archiv beherbergt keine Kirchenbücher. Die Kirchenbuchbenutzung und Familienforschung erfolgt in den Kirchenkreisarchiven. Zu einzelnen Kirchenkreisen bestehen Übersicht der Kirchenbücher. Weitere Informationen zu den einzelnen Kirchenkreisarchiven entnehmen Sie bitten den Unterseiten. Adressen weiterer Archive und genealogischer Einrichtungen und Vereine finden Sie hier.

Was sind Kirchenbücher?

Kirchenbücher sind eine besondere archivalische Quelle. Es sind die Bücher, in denen die kirchlichen Amtshandlungen wie z.B. Taufen, Trauungen beurkundet werden. Diese werden im Sprachgebrauch als ‚Kir­chenbücher‘ bezeichnet. Heute werden noch Tauf-, Konfirmations-, Trau- und Bestattungsbücher sowie die  dazu gehörigen Namens­register geführt. Zur Gruppe der heute nicht mehr gebräuchlichen Kirchenbücher gehören jene über Verlobungen (Proklamationen), Abendmahlsgäste (Kommunikanten), Beichtende (Konfitenten) und Abbitte Leistende (Deprekanten, Poenitenten).

Die einzelnen landeskirchlichen Teile haben eine sehr unterschiedliche historische Entwicklung insbesondere im Verhältnis ‚Obrigkeit - Kirche‘ durchgemacht. Diese separaten Entwicklungsschritte spiegeln sich auch in der geschichtlichen Entwicklung der Kirchenbücher, in den Verord­nungen zum Kirchenbuchwesen sowie dem daraus entstandenen inneren und äußeren Erscheinungsbild der Kirchenbücher wider.

Rechtshinweise zur Benutzung von Kirchenbüchern

Die frühere Unterscheidung der Kirchenbücher vor und ab 1876 beruht darauf, dass es staatliche Standesämter erst ab diesem Jahr gibt. Daher stehen Eintragungen in Kirchenbüchern über die Personenstandsfälle (Geburten etc.) für die Zeit bis 1876 stets den staatlichen Personenstandsurkunden gleich. Die kirchlichen Körperschaften müssen für die Zeit vor 1876 die Benutzung gewähren und Auskunft erteilen.

Ab 1876 haben Kirchenbücher keinen Status mehr als amtliches Register der Personenstandsfälle. Die Eintragungen in den Kirchenbüchern beurkun­den ab dem Zeitpunkt nur noch die geistlichen Amtshandlungen; folglich können auch nur darüber Urkunden ausgestellt werden.

Entgegen der früheren Rechtslage verlieren aber auch die standesamtlichen Unterlagen ihre Beweiskraft, wenn die Frist zur Fortführung (= fortlaufende Aktualisierung) abgelaufen ist. Daher können Kirchenbücher nach Ablauf einer analogen Sperrfrist auch für die allgemeine Familienforschung genutzt werden. Für die Benutzung dieser Kirchenbücher gilt ausschließlich das Archivrecht.